Gisela Bosch - Ein Nachruf als Aufruf
von Gisela Bosch
am 09 August 2010
Ein Nachruf als Aufruf
Würdigung von Gisela Bosch. Geboren am 7. Februar 1957. Verstorben am 29. Juli 2010.
Ein geliebter, ein geschätzter, ein besonderer Mensch ist gegangen. Gisela ist Mitbegründerin und Gesellschafterin von plenum - ganzheitlich nachhaltige entwicklung.
Lange bevor plenum begründet wurde, existierte etwas in der Art wie plenum heute organisiert und gegründet ist, in Giselas Träumen und Bewusstsein. Eine Organisation der Nachhaltigkeit, die sich innerlich und äußerlich diesem bestimmenden und entscheidenden Thema unserer Zeit und Gesellschaft widmet. Eine Organisation die für diese gestaltende und verändernde Kraft brennt und einsteht. Eine Organisation die sich und andere in ihrem Nachhaltigkeitsschaffen fordert. Gisela war entscheidend dafür, dass wir heute als Team und Organisation da stehen wo und wie wir da stehen.
Für etwas einstehen oder genauer gesagt für Nachhaltiges Leben und Wirtschaften einstehen, das ist etwas das wohl jeder der Gisela kennt sofort mit ihr in Verbindung bringen wird. Sie stand sehr gerade und wo angebracht durchaus auch sehr kämpferisch für eine aufrichtige, eindringliche, geradlinige und kompromisslose Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit. Nicht abstrakt. Nicht theoretisch. Nicht diplomatisch. Nicht lebensfremd. Nein. Einer Nachhaltigkeit die spürbar ist, die angreifbar ist, die konkret ist, die realisiert ist und die auch messbar ist. plenum ist da nur ein Zeugnis ihres vielseitigen Wirkens.
Der Nachruf kommt von uns, den Mitarbeitenden von plenum. Der Aufruf würde genau jetzt von Gisela kommen. Ein Aufruf sich zu bewegen, zu bekennen und zu verändern im nachhaltigsten Sinne. Die Wunden in uns und der Welt zu sehen und nicht ohnmächtig hinzunehmen. Aufzustehen, die Dinge beim Namen zu nennen, die Ärmel aufzukrempeln, sich die Hände schmutzig zu machen und anzupacken, das war die Handlungsweise von Gisela. Mensch, Natur, Gesellschaft und Wirtschaft in Balance und ins lebensfördernde Zusammenspiel zu bringen, das tiefe und sie antreibende Anliegen. Ihr Schaffen und Wirken diesbezüglich war unermüdlich.
Ihr Aufruf an uns - an uns als plenum, aber an uns alle die wir uns durch ihr (Vor-) Gehen berühren lassen – ist sehr direkt und wie immer verbunden mit Nachhaltigem Agieren. Ihr Sterben stellt uns vor konkrete Fragen:
• Agieren wir in unserem privaten und beruflichen Handeln im Sinne und für das Ganze?
• Verwenden wir unsere Lebenszeit, um zu leben was uns wirklich am Herzen liegt?
• Welche Spuren wollen wir als Menschen und Organisationen hinterlassen?
• Welche Spuren sind mit unserem Ethos vereinbar?
• Wie gehen wir mit der Endlichkeit um?
• Wie sehr gelingt es uns in Balance mit uns, unseren Mitmenschen und der Erde zu leben?
• Was kannst du heute tun, wenn du diese Fragen zulässt?
Wir selbst stellen uns darüber hinaus die Frage „Was hinterlässt sie uns und wie gehen wir mit ihrem Vermächtnis um?“. Eine Frage, die uns beschäftigen wird.
Gisela selbst sagte über sich: „Körperliche Arbeit einhergehend mit schmutzigen Händen und Kontakt zur Erde ist für mich Quelle von Inspirationen und kontemplativen Gedanken.“ In diesen Worten steckt wahrlich viel an Gisela drinnen, so wie wir sie kennen und schätzen lernen durften.
Stillstand war ihr fremd.
Ihr Gehen, ihr Sterben berührt uns tief. Gisela, ein tiefer Dank an dich. Ein Dank an dich für das was du gegeben, was du gefordert, was du getan, was du gelebt hast. Ein Dank wofür du im Leben gestanden und vorgegangen bist.
Wir leben deinen Traum weiter. Versprochen.
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