Die Magie der Metamorphose

von Alfred Strigl
am 30 März 2010

Wir leben in spannungsvollen Zeiten. Draußen toben Stürme. Auch drinnen in uns. Die Welt wird von einer Schockwelle nach der anderen heimgesucht: Wirtschaftskrisen, Umweltkrisen, Hungerkrisen. Es scheint, als soll das, was auf Erden nicht mehr sein darf, ein letztes Mal zur vollen Blüte schwellen, bevor es gehen muss. Gleichzeitig spüren viele, dass sich etwas Nachhaltig Neues seinen Weg bahnt. Das Alte stemmt sich ächzend dagegen. Warum überhaupt? Wie lange noch?

 

Wir leben in Zeiten des Wandels. Transformationen gehen um und in uns vor, so rasant, so tiefgreifend wie noch nie empfunden. Ein Spannungsfeld zwischen dem Nicht-mehr und dem Noch-nicht tut sich auf. Die Mutigen wagen ihr eigenes Abenteuer, wagen sich Neues zu beginnen, um das was der Möglichkeit nach werden kann zu erschaffen. Die Ängstlichen klammern. Versuchen im Halten oft das zu retten, was nicht zu retten ist. Und vergessen auf das Wesentliche, das zu behalten sich einzig lohnt. Doch alle — Mutige wie Ängstliche — tragen im Herzen die Sehnsucht nach dem Geborgensein im Morgen.

 

Dazu braucht es jetzt Nachhaltiges Führen. Die Gutmenschen in ihrer Harmlosigkeit waren lang Zeit unverstanden. Denn sie führten den Wandel nicht mit der letzten Konsequenz des Scheitern, des Sterbens. Sie wagten sich nicht in die Energie des "Stirb und werde". Führen in die Zukunft — gerade den Gutmenschen gesagt — heißt: Tabus wie Macht, Sexualität, Geld, Kapital und auch Glück hinein zu führen in den kultivierten Dialog. Sonst bleiben diese Felder mächtige Schatten und blinde Flecken und lähmen das Kommende. Verdrängter Tod, erkaufter Eros, ohnmächtiges Wachstum, bittere Konkurrenz, verschleierte Macht, geheiligtes Geld, gekauftes Glück – es gibt vieles, das ausgeladen wurde aus unserem bewussten Sein und Wollen und Tun. Und daher müssen wir es im dialogischen Wagnis angehen, erfahren, begreifen, wenn wir lernen, uns entwickeln, wenn wir wirklich führen wollen.

 

Kommentar von Susanne Langmair-Kovacs, erstellt: 01. April 2010, 10:21:17
Alfreds Essay zu lesen tut gut, sehr gut sogar - Balsam für meine Seele und Musik in meinen Ohren. Ich persönlich frage mich, ob das Prosa von literarischem Wert ist oder eine Predigt mit starken Worten? Eher Zweiteres. Ja, ich glaube, dass man durchaus im Stile eines Predigers auftreten muss, der mahnt, anklagt, aufrüttelt, Mut macht, Hoffnung gibt und zum Handeln aufruft. Und dass man sich nicht entmutigen lassen darf, wenn Beharrungskräfte wirken und man sich unverstanden fühlt, wenn man als Kassandra oder Alarmist abgestempelt wird und als Spinner, Sozialromantiker und Esoteriker ins Eck gestellt wird. Dort ist man nämlich mittlerweile in allerbester Gesellschaft!
Kommentar von Christian Rhomberg, erstellt: 03. April 2010, 14:49:48
Ich habe mir immer mein leben ertraeumt.
Inzwischen bin ich ein professioneller traeumer, meine traeume passieren und funktionieren. Dabei hab ich gelernt multi-dimensional zu denken und zu kreieren und mich nicht selbst zu limitieren.
Frueher wollte ich immer Probleme loesen - jetzt habe ich komplettes vertrauen, dass sich meine Intentionen von selbst am besten verwirklichen. Natuerlich nicht immer so wie ich mir das gewuenscht haette, meistens jedoch besser! Allerdings erkennt man das oft erst im nachhinein.
deswegen ist vertrauen in unseren Shamanistsichen Kern wichtig!
Ich lebe und arbeite in Asien, hier gibt es weniger vorschriften und Subventionen, dafuer eine Atmosphaere des Moeglichen. Initiative wird respektiert und nicht kritisiert oder verhindert.
Im Westen wird viel darueber geschrieben, dass China die Welt bedroht - mit ihrer billigen arbeit, den schlechten Arbeitbedingungen, der respektlosigkeit gegenueber der Umwelt ...
China nimmt uns Arbeitplaetze weg, hungert unsere Exportindustrien aus.
Dies ist ein sehr einseitiges Bild. Man stelle sich vor was man der Europaeischen nachkriegswirtschaft vorwerfen haette koennen!
Die menschen in China leben jedes jahre freier, haben mehr moeglichkeiten und sehen ihr Einkommen und lebensstandard staendig steigen. Selbst die zentralistische Fuehrung denkt und regiert in ihrer Vorstellung verantwortlich. es geht ihnen um ein kumulatives Gesellschaftsziel. Heute werden probleme wie Umwelt, transport, beschaeftigung direkt angegangen. Man ist neuen Loesungen und technologien gegenueber sehr offen. Industrien koennen sich nicht lange gegen vernuenftige Transformationen stellen, wie z.B. eine verstaatlichte Industrie in Europa oder Automobilkonzerne in den USA oder japan.
Ich glaube das die Transformation zur nachhaltigkeit schneller in China als in Europa passieren wird. Das klingt vielleicht naive, man kann es jedoch am Hunger nach Spiritualitaet sehen.
Wichtig ist, das wir unser denken aendern. Wir muessen neue ungeahnte Moeglichkeiten zuerst in unserem Kopf zulassen, damit sie realitaet werden koennen. Die Visualisierung einer Erleuchtetn gesellschaft zieht unglaubliche Gravitaet an sich und macht ihre kritiker sprachlos.

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