Trends im Management Nachhaltiger Entwicklung

von Alfred Strigl
am 30 September 2009

Die überstürzenden Ereignisse der letzten Monate werfen ihre Schatten voraus. Endlich ist - der Finanzkrise seis "gedankt" - das Thema der kommenden Epoche ans Tageslicht getreten: Sustainability. Das Wort lacht aus jeder Überschrift, fehlt in keinem Managementmeeting und ist aus Strategieworkshops nicht mehr wegzudenken. Was tut sich aktuell in jenen Unternehmen, die sie sich aufmachen, das große Thema für sich und ihre Märkte zu erschließen?

 

Trend 1: Nachhaltig führen. "Sustainable Leadership" wird einhellig als Königsweg gesehen, wie Führungskräfte zeitgemäß aus der Krise leiten und lenken. Bildung und Bekenntnis zum Leadership gibt's schon länger. Was bringt Nachhaltigkeit Neues? Nachhaltiges Führen bedeutet, sich innerlich wie äußerlich, also in persönlichen Werten wie in der Tat, das Kleine mit dem größeren Ganzen zu verbinden. Globale Herausforderungen werden zum eigenen Anliegen, das Handeln ist Vorbild und die Haltung ist Wertvorgabe ans Team. Komplexe Systeme können nur so gesteuert werden.

Trend 2: Von der Zukunft lernen. "Backcasting from Sustainability" lautet ein Workshop am 7th Annual Summit "Transformational Corporate Social Responsibility" im November in Toronto, Canada. Gemeint ist damit das immer stäker werden von Zukunftsbildern der Nachhaltigkeit, die aus dem Denken, Ahnen, Wünschen und Sehnen letztlich gewünscht und gewollt werden. "Theorie U" nennt das C.O. Scharmer. Sustainable Future Creation nennen wir diesen Prozess, den wir bei den ersten Unternehmen in Österreich auftauchen sehen.

Trend 3: Innovation als soziales Ereignis. Nachhaltigkeit und Innovation sind siamesische Zwillinge. Das ist unser Credo. Doch Innovation ereignet sich ebenso wenig spontan im Unternehmen wie Nachhaltige Entwicklung. Open Innovation braucht Zeit, Pflege, Kultur und Kommunikation. Innovationen sind weniger ein Ergebnis aus Prozesseffizienz, Einteilung und Optimierung. Sie entstehen vielmehr aus einer willkommenen Einladung, dem Schaffen kreativer Räume und dem Ermöglichen von Kommunikation.

Trend 4: Wertvolle Unternehmenskultur. Wohl nichts ist schwieriger ins Unternehmen einzuführen als eine neue Kultur. Wertschätzung, Achtung und Integration mehrdimensionaler Aspekte wurde uns durch die monotheistischen Wirtschaftsdoktrin der Finanzmaximierung von klein auf ausgetrieben. Wie Neues entsteht, können wir von den Imago-Zellen aus der Verwandlung einer Raupe zum Schmetterling lernen. Das Neue beginnt als "Subkultur" und wird vom Alten erst bekämpft. Doch während der Metamorphose wird es immer mehr akzeptiert und obsiegt. Nach diesem biokybernetischen Modell heißt Kultur-Verwandlung auch, dass das Neue aus dem Alten kommt, in dem es lange schon geschlummert hat.

Trend 5: Stakeholderdialoge mit Anspruch. Das Managen der Themen und Interessen seiner Anspruchgruppen wird von Unternehmen immer weniger als lästige Pflichtübung verstanden, welche zum guten Ton im Sustainability-Business gehört. Einladen, zuhören, wahrnehmen und verstehen sind zu Kernaufgaben lernfähiger und zukunftsorientierter Organisationen geworden. Die Innovations- und Entwicklungsabteilungen sind bei solchen Dialogveranstaltungen ebenso anwesend wie das Sustainabilityteam und der Vorstand. Das ist gelebtes und verantwortungsvolles Unternehmertum.

Unser Schluss lautet: Nachhaltigkeit wird zur epochalen Bestimmungsgröße. Die Wertelandschaft aus heilsamer Gesundheit, globaler Verantwortung und ganzheitlicher Sinnstiftung ersteht derzeit in tausenden von Produkten und Dienstleistungen. Seien auch Sie dabei, wenn der Zukunftskontinent der Nachhaltigkeit erschlossen wird.

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