Die Zukunft des ethischen Konsums
von Harald Reisinger
am 18 September 2009

Die Otto Group und „Trendbüro – Beratungsunternehmen für gesellschaftlichen Wandel GmbH“ veröffentlichten jüngst die „Otto Group Trendstudie 2009: Die Zukunft des ethischen Konsums“. Sie gibt einen Ausblick, wie sich ethischer Konsum bis 2014 in Deutschland voraussichtlich entwickeln wird. Im Rahmen der Trendstudie wurden 1.000 Personen zwischen 16 und 74 Jahren befragt. Des Weiteren wurden Experten-Interviews und -workshop sowie eine Lead-User-Diskussion auf Utopia.de durchgeführt, die in die Studienergebnisse einflossen.
Der Vergleich zwischen den Jahren 2007 und 2009 zeigt, dass Bio-, Fair- und Regio-Produkte trotz stagnierender Löhne boomten. Besonders Frauen, höher Gebildete und die 48- bis 67-Jährigen haben diese Entwicklung vorangetrieben. Auch Männern und die Gruppe der 28- bis 47-jährigen ist ethischer Konsum heute mehr wert als dies noch 2007 der Fall war. Sie sind deutlich stärker bereit, für ethischen Konsum auch mehr zu bezahlen, als noch vor zwei Jahren (plus elf Prozent und plus neun Prozent). Die Gruppe der 16- bis 27-Jährigen hingegen interessiert sich nur mäßig für den ethischen Konsum. Sie delegiert Verantwortung an Politik und Unternehmen, ohne diese durch ihr eigenes Verhalten beziehungsweise ein entsprechendes Kaufverhalten zu unterstützen. Auch die Befragten mit niedriger formaler Bildung räumen ethischem Konsum nur geringe Relevanz ein. Mit 29
Prozent spart diese Bildungsgruppe am stärksten am ethischen Konsum.
Eine zentrale Herausforderung für die Zukunft wird sein, die Gruppe der Desinteressierten für das Thema ethischer Konsum zu gewinnen. Hier sind attraktivere Angebote für Jüngere und formal niedrig Gebildete nötig. Auch für die Frage, wie es gelingen kann, dass jeder Einzelne von uns aktiv wird, findet die Studie Lösungsansätze. Denn immerhin 88 Prozent der Befragten wissen, dass sie mit ihrem Konsumverhalten ein Teil des Problems sind. Sie wollen aber auch Teil der Lösung sein.
Die Trendstudie formuliert insgesamt vier Szenarien für die Entwicklung des ethischen Konsums bis zum Jahr 2014. Der Eintritt der jeweiligen Szenarien hängt davon ab, wie die Herausforderungen in den kommenden fünf Jahren gemeistert werden. Die Studie zeigt für jede Herausforderung Wege auf und bietet konkrete Lösungsansätze an. Professor Peter Wippermann, Gründer des Trendbüros, erläutert: „Ethischer Konsum war in den vergangenen zwei Jahren ein zentrales Medienthema. Die vorliegende Studie ist die erste Ihrer Art, die die Entwicklung des ethischen Konsums nicht nur rückblickend betrachtet sondern auch einen Ausblick in die Zukunft des ethischen Konsums wagt und Wege aufzeigt, damit er sich weiterhin positiv entwickeln kann. Ethischer Konsum wird zu einem echten Fortschrittsmotor, wenn Politik, Wirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschützern und jeder einzelne Konsument stärker gemeinsam vorgehen.“
Mit der Trendstudie 2009 veröffentlicht die Otto Group darüber hinaus auch den aktuellen Nachhaltigkeitsbericht 2009: Verantwortung – Innovation – Transparenz“, der über insgesamt 10 verschiedene Konzern-Unternehmen erstellt wurde.
Downloads:
OTTO Nachhaltigkeitsbericht 2009
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